Donnerstag, 26. November 2015

Elitekindergarten - Muss das sein?

Städtische Kinderkrippe oder Elitekita? Der enorme Konkurrenzdruck, der sich heute in der Arbeitswelt breit gemacht hat, spiegelt sich selbstverständlich auch in der Erziehung wider. Viele Eltern denken, sie müssen ihre Kinder früh darauf vorbereiten, um ihnen in der harten Welt der Erwachsenen einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Da liegt es dann Nahe, eine bilinguale Privatkrippe/Kindergarten zu suchen. Hiervon zeugt auch die angebotene Vielzahl zusätzlicher Fördermaßnahmen in den Einrichtungen: von der Babyzeichensprache für Babys ab 6 Jahren über musikalische Früherziehung, Sportkurse, Fremdsprachenunterricht bis hin zum Sachunterricht wird hier alles geboten. Teilweise wird hier explizit mit einem versprochenen Vorsprung für die spätere schulische Laufbahn geworben. Schon früh sollen Begabungen erkannt und gefördert werden. 

Natürlich bedeutet dies auch einen enormen zeitlichen Mehraufwand für die Eltern, oft bedingt durch längere Anfahrtswege, die scheinbar gerne in Kauf genommen werden. In der Regel sind solche privaten Angebote natürlich fast immer sehr viel teurer als  herkömmliche städtische oder kirchliche Betreuungseinrichtungen. Bei der Kinderkrippe Little Giants in Frankfurt kostet ein Vollzeitbetreuungsplatz derzeit (Stand November 2015) laut Webseite zum Beispiel 1250 Euro im Monat. Schnell wird so die Wahl der Kinderkrippe/Kindergarten zum Statussymbol. Wer weiß, vielleicht mag es ja zukünftig bei Bewerbungen erforderlich sein, neben Schulzeugnissen auch die Dokumentation über den vor-schulischen Werdegang (Kindergarten-Portfolio) mitzuschicken.