Samstag, 12. März 2016

Haltbarkeit - Eine literarische Reise in die eigene Schulvergangenheit

Nun einmal etwas ganz anderes. Hin und wieder stößt man ja beim stöbern in alten Sachen auf unerwartete Funde. Auch wenn der eigene Nachwuchs es nicht glauben mag, man(n) war auch einmal jung. So fiel mir beim Aufräumen gerade ein altes Gedicht in die Hände, an das ich nicht mehr gedacht hatte. In solchen Situationen wird einem dann wieder bewusst, wie alt man schon ist und das der Zahn der Zeit unaufhörlich an einem nagt. Wie passend, dass das Gedicht, dass ich da mit 17 Jahren schrieb ausgerechnet das Thema der Vergänglichkeit behandelte. Genau genommen, handelt es sich dabei sogar um meine erste Publikation, denn diese Zeilen hatten es immerhin in den Jahrgangsband unserer Schule geschafft. Man mag sich nun fragen, wie kommt ein 17jähriger auf die Idee, über die Vergänglichkeit zu schreiben?

Die Entstehungsgeschichte

Wir schreiben das Schuljahr 1993/94, ich war gerade in der 12. Jahrgangsstufe und hatte als Wahlfach  Literatur belegt. Bei der damit verbundenen schriftlichen Prüfung, für die ich drei Stunden Zeit hatte, stand ich plötzlich vor drei Optionen:

1. die Rezension eines Buches, das es für den Unterricht zu lesen galt, ich aber nie geöffnet hatte (was ein Fehler war, denn es handelte sich um Patrick Süskinds "Das Parfum"),
2. ein Gedicht zu schreiben, oder
3. eine fantastische Geschichte zu verfassen.  

Bei dieser Auswahl fiel mir die Entscheidung nicht sonderlich schwer. Das Buch hatte ich schließlich nie gelesen und Gedichte waren in meiner damaligen Auffassung  wohl doch eher etwas für Mädchen. Eine fantastische Geschichte, in meinem Falle eine Science Fiction-Geschichte, schien hingegen schon eher meine Sache zu sein (und meine Frau würde sicher ergänzen, dass dem auch heute noch so sei).


Aus der Not geboren 

Ich machte mich also ans Werk und began damit, einen Plot zu entwickeln. Leider war ich schon damals sehr selbstkritisch und verrannte mich daher immer wieder in verschiedenen Handlungsoptionen, die ich eine nach der anderen verwarf. Ideen hatte ich viele, es sollte sich aber einfach keine durchsetzen. Als ich dann irgendwann auf die Uhr sah, waren gerade einmal noch 15 Minuten übrig und ich hatte immer noch keine einzige Seite. Der Albtraum jedes Schülers. Massive Panik machte sich breit. Nur noch 15 Minuten - was sollte ich tun? Die Prüfung war so gut wie gescheitert.